Häufige Fragen FAQ

Die Reifenherstellung ist ein komplexer Prozess. Bis zu 25 Einzelbauteile bilden das Gerüst für einen Reifen aus aktueller Produktion. Und weil Reifen mitunter auch unter widrigsten Bedingungen allerhöchste Anforderungen an Bremsverhalten, Nässeeigenschaften, Laufleistung oder Komfort erfüllen müssen, steht die Produktion unter ständiger Qualitätskontrolle.

Der Gummi wird gemischt
Bei der Reifenherstellung werden unterschiedliche Gummimischungen mit speziellen Eigenschaften benötigt. Wie bei einem Kuchen werden auch bei der Reifenherstellung diverse Zutaten verwendet. Bei Goodyear Dunlop beispielsweise werden zur Herstellung einer Mischung bis zu 45 verschiedene Rohstoffe wie Kautschuk, Silica, Ruß und Schwefel in einem Kneter unter Druck und großer Hitzeentwicklung vermengt. Nach dem Kneten wird die Gummimischung zu einem langen Strang, dem sogenannten Mischungsfell, ausgezogen, abgekühlt und zur Weiterverarbeitung zwischengelagert.

Textiler- und stählerner Unterbau
Ein weiteres Element der Reifenunterkonstruktion ist das Stahlgürtelgewebe. Die Herstellung eines Stahlgürtelgewebes verläuft ähnlich dem Fertigungsprozess des Textilgewebes mit dem Unterschied, dass hierzu Stahldrähte anstelle von Textilfäden verwendet werden. Auf der Stahlkordschneidmaschine wird das gummierte Stahlkordgewebe im entsprechenden Winkel geschnitten und zu einem Endlosband zusammengesetzt.

Als letzte Komponente entsteht die Lauffläche eines Reifens, jener Teil, der den Kontakt zur Fahrbahn halten und sämtliche, vom Fahrzeug ausgehende Kräfte übertragen soll. In einem Extrudierverfahren wird hierbei eine Mischung durch Druck und hohe Temperatur in Form gepresst und anschließend mit einer Farbmarkierung eindeutig gekennzeichnet, um die einzelnen Reifenmodelle in der Endproduktion auseinander halten zu können.

Reifenrohbau und Vulkanisation
Wenn die sogenannten Halbzeuge für die Reifenproduktion vorgefertigt sind, kann der eigentliche Reifenaufbau beginnen. In einer Reifenaufbaumaschine werden alle Einzelteile zu einer Einheit zusammmengesetzt. Dieser noch unvulkanisierte Reifen wird auch grüner Reifen oder Reifenrohling genannt.

Im folgenden Produktionsschritt wird aus den bisher plastischen Kautschukmischungen durch den Vulkanisationsprozess elastischer Gummi und die einzelnen Bauteile vulkanisieren miteinander. Hierzu wird der Reifenrohling unter einem bestimmten Druck, in einer bestimmten Zeit bei einer bestimmten Temperatur in einer Heizpresse “gebacken”. Gleichzeitig erhält der Rohling sein Profil sowie seine Flankenbeschriftungen. Damit ist die eigentliche Produktion eines Reifens abgeschlossen, dennoch ist der Pneu noch nicht bereit für die Auslieferung.

Jeder Reifen wird überprüft
Bevor der Reifen seinen Weg auf die Felge eines Autos findet, wird er durch mehrere Qualitätskontrollen geschickt. Eine erste Sichtkontrolle wird von erfahrenen Spezialisten durchgeführt. Per Augenschein wird jeder Reifen auf sichtbare Mängel hin überprüft. Die Rundlaufeigenschaften und die Gleichmäßigkeit der Pneus werden anschließend maschinell überwacht. Damit auch im nicht sichtbaren Bereich jeder Reifen die Vorgaben des Herstellers erfüllt, wird jeder Reifen per Röntgendiagnose überprüft. Erst wenn ein Reifen alle Stationen anstandslos passiert hat, geht er in die Auslieferung.

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Kennzeichnungsverordnung für Reifen

Gestaltung des Kennzeichens
für Reifeneigenschaften nach
EU-Verordnung Nr. 1222/2009

Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben Ende 2009 die EU-Reifenkennzeichnungsverordnung erlassen.

Die Kennzeichnung umfasst Rollgeräusch, Nasshaftungseigenschaften und Kraftstoffeffizienz und gilt ab November 2012. Gemäß der Verordnung müssen die Hersteller entsprechende Informationen bei den Verkaufsstellen und im Werbematerial angeben.
Während für das Reifenabrollgeräusch die Deklaration des gemäß UN ECE R117 gemessenen Wertes in Dezibel vorgesehen ist, erfolgt die Kennzeichnung für die Eigenschaften Nasshaftung und Kraftstoffeffizienz mit einer Klassifizierung „A bis G”, vergleichbar dem Europäischen Energielabel.

Die Europäische Kommission hofft mit der Verordnung das Bewusstsein der Konsumenten für umweltfreundliche und energieeffiziente Reifen zu stärken. Der Erfolg der Richtlinie wird jedoch auch davon abhängen, wie der Reifenvertrieb die neuen Informationen zu den Reifen präsentieren wird.

Die Reifen-Kennzeichnungs-Verordnung legt die Informationspflichten zu Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externem Rollgeräusch von Reifen fest.
Ziel ist mehr Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit im Straßenverkehr durch die Förderung von kraftstoffsparenden, sicheren und leisen Reifen. Dem Verbraucher ermöglicht die Kennzeichnung, sich bereits vor dem Reifenkauf auf einer breiteren Grundlage zu informieren und diese Kriterien neben denen anderer Reifentests in seine Kaufentscheidung einzubeziehen.

Die neue EU-Verordnung für Reifen gilt auch für Winterreifen. Die getesteten Kriterien sind für Winterreifen ebenfalls Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand), Nasshaftung und externes Rollgeräusch. Ein zusätzliches Kriterium speziell für Winterreifen, z.B. Schneegriff oder Bremsen auf Eis, ist nicht berücksichtigt. Zur Zeit findet innerhalb der zuständigen EU-Gremien eine Diskussion über eine besondere Kennzeichnung von Winterreifen statt.

Der Verbraucher muss sich bewusst sein, dass der tatsächliche Kraftstoffverbrauch und die Sicherheit im Straßenverkehr stark von seinem Fahrverhalten abhängen. Eine ökologische Fahrweise kann den Kraftstoffverbrauch deutlich senken. Der vorgeschriebene Reifendruck ist einzuhalten und regelmäßig zu überprüfen, um optimale Kraftstoffeffizienz und Nasshaftung zu erreichen. Auch ist immer genauestens auf einen ausreichenden Bremsweg zu achten.

Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand)
Gemessen wird der Rollwiderstandbeiwert in kg/t bei 80 km/h und der Belastung von 80% der maximalen Reifentragfähigkeit auf einem Trommelprüfstand. Nach Abgleich mit einem Referenzprüfstand erfolgt die Zuordnung zu der entsprechenden Klasse A–G.

Nasshaftung
Gemessen wird der Haftbeiwert zwischen Fahrbahn und Reifen auf einer bewässerten Strecke im Vergleich zu einem standardisierten Vergleichsreifen (SRTT – Standard Referenz Test Tyre). Der normierte Messwert (Bezugstemperatur und Bezugsgriffigkeit der Messstrecke) wird der entsprechenden Klasse zugeordnet.

Externes Rollgeräusch
Gemessen wird der Geräuschpegel des Reifens bei einem rollenden Fahrzeug bei 80 km/h (bei Nkw – 70 km/h) in dB(A) auf einer nach ISO 10844 spezifizierten Messstrecke. Nach Normierung auf die Bezugstemperatur erfolgt die Zuordnung zu den vorgegebenen Klassen.

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Klassen von G (geringste Effizienz) bis A (größte Effizienz)

Die Kraftstoffeinsparung hängt grundsätzlich vom Fahrzeug und den Fahrbedingungen ab. Bei einer Komplettaustattung des Fahrzeugs mit Reifen der Klasse A im Vergleich zur Klasse G ist eine Verbrauchsminderung von bis zu 7,5%* möglich. Bei Nutzfahrzeugen kann sie sogar höher liegen.
Beispiel (PKW-Reifen):

Kennzeichnungspflichten ab dem 1. November 2012 für alle nach dem 30. Juni 2012
produzierten Reifen:

1. Alle für Verbraucher ausgestellten oder sichtbaren Reifen für Pkw oder Kleintransporter müssen einen vom Hersteller gelieferten Aufkleber direkt auf der Lauffläche tragen
oder mit einer vom Hersteller gedruckten Kennzeichnung in unmittelbarer Nähe des Reifens versehen sein.
2. Händler haben Käufer auch bei den nicht im Verkaufsraum ausgestellten, in den Verkaufsunterlagen gezeigten oder im Internet angebotenen Reifen vor dem Kauf über die Klassen für Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externes Rollgeräusch zu informieren.
3. Technisches Werbematerial (z. B. Preislisten, Websites) muss die Klassen der Kraftstoffeffizienz, der Nasshaftung und des externen Rollgeräuschs enthalten. Eine vollständige Abbildung der Kennzeichnung ist nicht erforderlich.
4. Auf der Rechnung oder mit ihr sind dem Endverbraucher die Angaben über die Klassen von Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externem Rollgeräusch auszuhändigen.

Klasse C1
Reifen für Personenkraftwagen
Klasse C2
LKW-Reifen nach ECE-R 54 die mit
a) einer Tragfähigkeitskennzahl für Einfachbereifung < 121 und b) einem Symbol für die Geschwindigkeitskatigorie > N gekennzeichnet sind.
Klasse C3
LKW-Reifen nach ECE-R 54 die mit
a) einer Tragfähigkeitskennzahl für Einfachbereifung > 122 oder
b)einer Tragfähigkeitskennzahl für Einfachbereifung < 121 und einem Symbol für die Geschwindigkeitskategorie
M gekennzeichnet sind.
Diese Verordnung gilt nicht für:
• Motorradreifen
• Runderneuerte Reifen
• Geländereifen für den gewerblichen Einsatz
• Reifen, die ausschließlich für die Montage an Fahrzeugen ausgelegt sind, deren Erstzulassung vor dem 1. Oktober 1990 erfolgt ist
• Notreifen des Typs T
• Reifen mit einer zulässigen Geschwindigkeit von weniger als 80 km/h
• Reifen für Felgen mit einem Nenndurchmesse ≤ 254 mm (10˝) oder ≥ 635 mm (25˝)
• Reifen mit Zusatzvorrichtungen zur Verbesserung der Traktion, z. B. Spikereifen
• Reifen, die ausschließlich für die Montage an Fahrzeugen ausgelegt sind, die für Rennen bestimmt sind.

Das Ziel ist die Erhöhung der Sicherheit sowie der wirtschaftlichen und ökologischen Effizienz des Straßenverkehrs durch Förderung von kraftstoffeffizienten und sicheren Reifen mit niedrigem Rollgeräuschpegel. Diese Verordnung erlaubt es dem Endverbraucher, beim Reifenkauf eine bewusstere Wahl zu treffen, indem die Aspekte dieser Verordnung zusätzlich zu den üblicherweise zur Verkaufsentscheidung herangezogenen Faktoren bedacht werden.

Die Verordnung schreibt vor, dass dem Kunden Informationen bezüglich bestimmter Leistungseigenschaften der Reifen mitgeteilt werden müssen. Diese Informationen beziehen sich auf:
• Die Auswirkungen auf die Kraftstoffeffizienz des Fahrzeugs im Zusammenhang mit dem Rollwiderstand des Reifens
• Die Auswirkungen auf die Fahrzeugsicherheit im Zusammenhang mit den Nasshaftungseigenschaften des Reifens
• Den externen Geräuschpegel des Reifens (in Dezibel); nicht jedes im Fahrzeug vernehmbare Rollgeräusch des Reifens
Diese Informationen müssen für Reifen von PKWs sowie leichten und schweren Nutzfahrzeugen bereitgestellt werden.

Die Verordnung betrifft nur Reifen von PKWs (C1), leichten Nutzfahrzeugen (C2) und schweren Nutzfahrzeugen (C3). Die folgenden Kategorien sind nicht betroffen:
• runderneuerte Reifen
• professionelle Off-Road-Reifen
• Rennreifen
• Reifen mit Zusatzvorrichtungen zur Verbesserung der Traktion, z. B. Spikereifen
• Notreifen des Typs T
• Reifen, die ausschließlich für die Montage an Fahrzeugen ausgelegt sind, deren Erstzulassung vor dem 1. Oktober 1990 erfolgte
• Reifen mit einer zulässigen Geschwindigkeit unter 80 km/h
• Reifen für Felgen mit einem Nenndurchmesser ≤ 254 mm oder ≥ 635 mm

Sie werden ab dem 1. November 2012 für alle ab dem 1. Juli 2012 hergestellten Reifen für PKWs sowie leichte und schwere Nutzfahrzeuge gelten (Code des Herstellungsdatums „2712“).
Die Verordnung kann von den Reifenherstellern auf freiwilliger Basis unter der Voraussetzung, dass alle Prüfverfahren vollständig eingeführt worden sind, früher umgesetzt werden.

Hier sind drei Akteure in der Pflicht sicherzustellen, dass die Kunden informiert werden:
(1) die Reifen-Lieferanten (Hersteller oder Importeure in Europa);
(2) die Einzelhändler;
(3) die Fahrzeughersteller
1. Reifen-Lieferanten müssen die Informationen wie folgt zur Verfügung stellen:
• Bei Reifen für PKWs sowie leichte und schwere Nutzfahrzeuge müssen die Informationen in technischem Werbematerial (Handzetteln, Broschüren etc.) sowie auf der Webseite des Herstellers verfügbar sein.
• Bei Reifen für PKWs und leichte Nutzfahrzeuge haben die Hersteller bzw. Importeure die Wahl, die Reifen entweder mit einem Aufkleber auf der Lauffläche zu kennzeichnen oder jeder Reifencharge eine Kennzeichnung für den Händler und den Verbraucher beizufügen.
2. Einzelhändler (am Verkaufsort):
• müssen sicherstellen, dass für Kunden sichtbare Reifen am Verkaufsort mit einem Aufkleber versehen sind oder in der direkten Umgebung eine Kennzeichnung verfügbar ist, die dem Endverbraucher vor dem Verkauf gezeigt wird.
• müssen bei einem Verkaufsvorgang, bei dem die zum Verkauf angebotenen Reifen dem Kunden nicht gezeigt werden können, die Informationen bereitstellen.
• müssen die Informationen auf bzw. mit der Rechnung aushändigen.
3. Fahrzeuglieferanten & Fahrzeughändler:
• müssen die Nasshaftungseigenschaften, die Kraftstoffeffizienzklasse und das externe Rollgeräusch von Reifen angeben, wenn diese von den üblicherweise am Basisfahrzeug montierten Reifen abweichen.
• Sobald dem Kunden die Wahl bezüglich Reifengröße oder -typ der auf die Standardfelge aufgezogenen Reifen gegeben wird, oder der Kunde die Wahl bezüglich Felgen- und Reifengröße hat, müssen die Kennzeichnungsangaben vor dem Verkauf mitgeteilt werden.

Die Angaben bezüglich der drei Reifeneigenschaften müssen durch ein abgestuftes Bewertungssystem kenntlich gemacht werden.toggle-content-img-1

Die Reifenlieferanten können die Größe der Kennzeichnung nicht selbst wählen. Die Kennzeichnung hat eine definierte Größe (7,5 cm Mindestbreite, 10 cm Mindesthöhe). Zudem sind Farben und Gestaltung der Kennzeichnung nicht variabel.

Auch der Platz, auf dem die Reifenlieferanten Markeninformationen geben dürfen (Handelsname, Reifenserie, Reifenabmessungen, Tragfähigkeitskennzahl, zugelassene Geschwindigkeit und weitere technische Angaben), ist begrenzt. Die Gesamtfläche des Aufklebers darf 250 cm² nicht überschreiten und der Aufkleber darf nicht länger als 22 cm sein.

Die Werte erhält man durch Anwendung eines harmonisierten Prüfverfahrens.toggle-content-img-2

Die Werte erhält man durch Anwendung eines harmonisierten Prüfverfahrens.
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Die Werte erhält man durch Anwendung eines harmonisierten Prüfverfahrens.
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Vorschrift zur Geräuschmessung
zur Erfassung der Geräuschentwicklung zum Zweck der Kennzeichnung (sowie der Typenzulassung) ist bereits eingeführt und wird in Übereinstimmung mit UNECE Reg.117 (entspricht EU-Richtlinie 92/23/EWG) Anwendung finden.

Rollwiderstands-Prüfverfahren muss zwei Ansprüchen gerecht werden:
A) die Typenzulassung aufgrund der Einhaltung des gemäß EU-Verordnung 661/2009 (bezogen auf den ISO28580-Standard) erlaubten Rollwiderstands-Maximalwerts und
B) die Selbstzertifizierung der Konformität mit einem der Bewertungskriterien gemäß EU-Verordnungen 1222/2009 und 1235/2011.

Zusammengefasst sind die Prüfverfahren:
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Beim Rollwiderstandskoeffizienten (CR) (Indoor-Prüfverfahren) wird ein System zur Laborausrichtung zum Einsatz kommen, das Referenzreifen und ein Referenzlabor zur Ausrichtung umfasst. Bei der Nasshaftung („relatives“ Prüfungsverfahren, Beurteilung der Leistung im Vergleich mit einem Referenzreifen) befindet sich das derzeit in UNECE R117 bezeichnete Verfahren in Überarbeitung zur Steigerung der Aussagekraft und Reproduzierbarkeit, z.B. durch Einengen der Prüfbedingungen wie etwa Temperatur, Asphalt-BPN und den Einsatz geeigneterer Referenzreifen.
Die EU-Verordnung 1222/2009 schreibt die Kennzeichnung ab dem 1. November 2012 für alle nach dem 30. Juni 2012 produzierten Reifen vor. Die Kennzeichnung ist ab 30. Mai 2012 möglich.

Die Kennzeichnungspflicht (EU-Verordnung 1222/2009) schreibt keine Änderung der Seitenwandbeschriftung vor.
Gemäß EU-Verordnung 661/2009 wird es neue Beschriftungen zur Typenzulassung geben und möglicherweise werden für bestimmte Reifenanwendungen (z.B. C2 oder C3 Traktionsreifen…) neue Seitenwandbeschriftungen notwendig werden. Die Beschriftungsdetails werden gegenwärtig bei der UNECE diskutiert.

Der Rollwiderstand ist die Kraft, die der Bewegungsrichtung des Reifens entgegengesetzt ist. Aufgrund der Fahrzeuglast wird der Reifen an der Kontaktfläche mit der Fahrbahn verformt. Diese Verformung führt zu internen Verlusten, wie dies bei einem fallen gelassenen Gummiball der Fall ist, der nach dem Aufprall auf den Boden nicht wieder seine volle Ausgangshöhe erreicht.
Der Rollwiderstand kann als Kraft (Newton) oder als Koeffizient (CR) ausgedrückt werden. Der Rollwiderstandskoeffizient ist als Quotient aus Rollwiderstandskraft (N) und Reifenlast definiert. Der Koeffizient bietet den Vorteil der leichteren Vergleichbarkeit von Reifen, die für verschiedene Fahrzeugtypen bestimmt sind.

Der Fahrzeugmotor muss eine Kraft aufbringen, um den Rollwiderstand auszugleichen. Das erfordert Kraftstoff und trägt somit zum Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs bei. Als Faustregel gilt für PKWs, dass eine Reduzierung des Rollwiderstands um 6 % zu einer Senkung des Kraftstoffverbrauchs um 1 % führt.
Viele weitere Faktoren tragen zum Kraftstoffverbrauch bei: Aerodynamik, Fahrzeuggewicht, Motortyp, Hilfssysteme wie etwa die Klimaanlage, Steigung, individueller Fahrstil, Reifendruck, Beschleunigung und die allgemeine Verkehrssituation.

Es gibt viele verschiedene Reifeneigenschaften, die sich auf den Rollwiderstand auswirken. Der Rollwiderstand kann durch Veränderung von bestimmten Parametern angepasst werden, wobei einige sich negativ auf die Nasshaftung auswirken können. Der Reifenentwickler muss die richtigen Werkzeuge richtig dosiert einsetzen, um das optimale Gleichgewicht zwischen Rollwiderstand und Nasshaftung zu erreichen. Wird der Rollwiderstand zu sehr gesenkt, dann kann das negative Auswirkungen auf die Nasshaftung zur Folge haben.
Nasshaftung bezieht sich auf die Sicherheitsleistung von Reifen: Sie steht für die Fähigkeit eines Reifens, auf nasser Fahrbahn zu bremsen. Es gibt weitere sicherheitsrelevante Parameter (z.B. Straßenlage, Richtungssteuerung, Abbremsungsverhalten auf nasser und trockener Fahrbahn bei höheren Geschwindigkeiten sowie das Verhalten bei Aquaplaning), aber die Nasshaftung wurde in Europa als der aussagekräftigste Aspekt bezüglich verminderter Haftung gewählt.
Ein Grenzwert ist die Mindestleistung, die ein Reifen erbringen muss, um auf dem europäischen Markt zugelassen zu werden. Eine abgestufte Bewertung zeigt das Leistungsniveau des Reifens unter definierten Prüfbedingungen in Bezug auf Rollwiderstand, Bremsverhalten auf nasser Fahrbahn und externem Rollgeräusch an.
Es liegt im Verantwortungsbereich der nationalen Marktüberwachungsbehörden, die Konformität der erklärten Bewertungsstufen zu beurteilen. Die Überprüfungsverfahren sind in Anhang IV der Verordnung detailliert beschrieben.

POR*-Reifen sind speziell auf eine außergewöhnliche Haftungsleistung bei schlechten Bedingungen und jeder Fahrbahnbeschaffenheit ausgelegt, weshalb diese nicht die vorgegebenen Grenzwerte und Bewertungsstufen einhalten können.
* POR (Professional Off-Road): Reifen für den gewerblichen Einsatz

Die Kennzeichnungspflicht für runderneuerte Reifen ist geplant. Die Entscheidung hierzu wird jedoch nach einer Folgenabschätzung durch die Kommission gefällt. Die Kommission wird die Ergebnisse dieser Abschätzung bis spätestens März 2016 präsentieren
Die Europäische Kommission wird einen harmonisierten Spritsparrechner entwickeln, der letztendlich in die Webseiten aller Hersteller integriert werden kann, damit die Kraftstoffeinsparung ersichtlich wird und Produkte vergleichbar werden
Ja, allerdings sollten die Reifeneigenschaften unter den tatsächlichen Nutzungsbedingungen (Sommer- im Vergleich zu Winterbedingungen) beurteilt werden. Verglichen zu normalen Reifen können Winterreifen eine unterschiedliche Profilauslegung, einschließlich Lamellen, aufweisen. Die Temperaturen, bei denen sie genutzt werden, unterscheiden sich. Aus diesem Grund sind Winterreifen einer anderen Reifenkategorie zuzuordnen und die Versuchsergebnisse werden auf Basis eines leicht modifizierten Berechnungsverfahrens ermittelt.
Winterreifen besitzen grundsätzlich eine spezielle Mischung, die dafür entwickelt wurde, die höchste Leistungsfähigkeit bei Temperaturbedingungen unter denen von Sommerreifen zu erzielen. Daher sollten die Leistungseigenschaften von Reifen immer unter Berücksichtigung der tatsächlichen Nutzungsbedingungen beurteilt werden: Obwohl Winterreifen noch gute Nasshaftungseigenschaften aufweisen, scheinen einige auf nassen Oberflächen weniger leistungsfähig zu sein, da diese Reifen auf maximale Leistungsfähigkeit auf schneebedeckten Oberflächen ausgelegt sind.
Nur die Reifen im Lager, die vor Juli 2012 produziert wurden (Reifen mit dem Produktionscode (DOT) früher als 2712 – 27. Woche 2012) können nach dem 1. November 2012 ohne Kennzeichnung verkauft werden. Für jeden anderen Reifen im Lager, der ab Juli produziert wurde, sollte der Händler sicherstellen, dass die Kennzeichnungsinformationen für ab dem 1. November 2012 verkaufte Reifen vorliegen, die vom Reifenlieferanten zur Verfügung gestellt werden müssen. Darüber hinaus sind bestimmte Reifen von der Verordnung ausgeschlossen (Verweis auf F3) und können ohne Kennzeichnung verkauft werden.